Krippenspiel Stiftskirche Obernkirchen 2006

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Krippenspiel Stiftskirche Obernkirchen 2006, Text nur Sprecher vom Pult

Krippenspiel St. Marien 2006

(im Altarraum befinden sich diverse Darsteller, sie gehen herum, bleiben beieinander stehen, unterhalten sich…)

Sprecher:

Willkommen! Wir befinden uns in dem kleinen Ort Nazareth im jüdischen Land, vor über 2000 Jahren. Die Menschen gehen ihrer Beschäftigung nach, sie treiben ihr Vieh zum Markt, kaufen ein, säubern ihre Häuser oder unterhalten sich einfach nur, genau wie jeden Tag…. Aber heute passiert etwas Ungewöhnliches. Ein Gesandter des Königs Herodes mit seinen Soldaten kommt in die Stadt, ein wichtiger Mann und er hat Neuigkeiten… Der Herold stellt sich mitten auf den Markplatz. Einer der Soldaten stößt seine Hellebarde 3x auf den Boden, als Zeichen das die Menschen sich um sie versammeln sollen…

Und sie kommen alle, die Männer und Frauen von Nazareth, auch der Zimmermann Josef und seine Frau Maria sind dabei. Gespannt und neugierig wie alle anderen blicken sie erwartungsvoll auf den Gesandten. Er entrollt eine Schriftrolle. Ein kaiserlicher Befehl steht darauf und er lautet

„Jeder soll in die Stadt gehen aus der er stammt und sich eintragen lassen. Danach wird die Steuer berechnet, die jeder für den Kaiser zahlen muss“.

Die Menschen der Stadt gucken sich ungläubig an, sind sogar ein bisschen ärgerlich und tuscheln aufgeregt mit einander. Nochmehr Geld will der Kaiser von ihnen haben, als wenn er nicht schon genug bekommt. Und nun sollen sie auch noch in ihre Geburtsstadt gehen, das ist ein ganz schön weiter Weg für manche und das passt ihnen so gar nicht. Aber Befehl ist Befehl (Herold tritt nach vorne ab)

Also zucken sie mit den Schultern und gehen in ihre Häuser zurück um die Reisevorbereitungen zu treffen. (Volk verlässt Altarraum in die Sakristei)

Maria und Josef sind auf dem Marktplatz zurückgeblieben, Josef hält Maria tröstend an den Schultern. Für die beiden ist es besonders schwer, sie haben einen weiten Weg nach Bethlehem und Maria ist hoch schwanger, sie macht sich große Sorgen ob sie eine so weite Reise übersteht. Seufzend gehen die beiden zu ihrem Haus, packen ihre Sachen und machen sich auf den Weg…

(Lied)

Maria fällt das Gehen sehr schwer, sie muss sich mit einer Hand auf Josefs Schulter abstützen. Lang und beschwerlich ist der Weg für beide, viele Tage und Nächte sind sie unterwegs und beide sind sehr erschöpft. Da sehen sie die ersten Häuser von Bethlehem. Sie müssen sich eine Bleibe zum Übernachten suchen, endlich ein Bett zum ausruhen und schlafen, ein Dach über dem Kopf und ein warmes Feuer zum wärmen. Vor dem ersten Wirtshaus bleiben sie stehen. Josef klopft an die Tür und der Wirt öffnet. Doch bevor Josef überhaupt etwas fragen kann, sagt der Wirt ihm das sein Gasthaus bis auf das letzte Bett belegt ist und macht die Tür vor seiner Nase zu. Da gehen Josef und Maria auf die andere Straßenseite, da ist noch ein Gasthaus. Auch hier klopft Josef an die Tür. Er fragt den Wirt „hab ihr ein Zimmer frei? Bitte, meine Frau erwartet ein Kind, wir brauchen dringend eine Unterkunft“. Doch der Wirt schüttelt den Kopf „bei mir ist alles belegt, selbst mein eigenes Schlafzimmer habe ich schon vermietet!“. Und er macht die Tür zu. Maria bekommt langsam Angst, ihr Kind wird bald kommen und sie haben immer noch keinen Platz um sich auszuruhen. Josef will es auf jeden Fall noch ein 3. Mal versuchen. Ganz am Ende der Strasse ist noch ein weiteres Wirtshaus, auch hier klopft er an. Der Wirt öffnet und Josef trägt ihm sein Anliegen vor. Aber der Wirt schüttelt den Kopf. Auch in seinem Haus ist nichts frei. Josef ist langsam verzweifelt, er fasst den Wirt an die Schultern „aber meine Frau erwartet doch ein Kind, wo sollen wir nur bleiben?“. Der Wirt kratzt sich verlegen am Kopf „ach so ist das, herrje.. also ich wüsste ja was, wenn ihr damit zufrieden wärt, ist aber nichts besonderes müsst ihr wissen“ Er zeigt auf eine Höhle hinter den Felsen der Gaststätte, sie wird als Viehstall benutzt. „da könnt ihr unterkommen“ sagt er. Dann macht der seine Tür zu und lässt die beiden in der Kälte stehen. Josef geht mit Maria auf den Stall zu. Es ist eine erbärmliche Bleibe, nicht was sie sich vorgestellt haben aber sie sind froh, das sie überhaupt etwas zum Schlafen gefunden haben. Sie richten sich also ein, so gut es geht und Josef gibt sich große Mühe es Maria so bequem wie möglich zu machen. (Pause)

Und in dieser Nacht gebar Maria ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

(Lied)

Da hinten im Mittelgang, ihr müsst schon genau gucken, denn es ist ja schon spät und dunkel, da stellen wir uns ein Feld vor. Ein Feld auf dem Hirten ihre Schafe weiden. Weil es Nacht wird, legen sich die Hirten zum schlafen nieder. Sie breiten ihre löchrigen Decken aus, Kopfkissen haben sie nicht, sie nehmen ihren Rucksack dafür. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, denn sie haben keine andere Unterkunft. Die meisten Leute damals verachten die Hirten, für sie gibt es keine schlimmere Beschäftigung als Schafe zu hüten, es ist dreckig und stinkt. Hirten sind für sie ganz heruntergekommene Menschen.

Heute ist eine seltsame Nacht. Die Hirten haben ihre Augen schon geschlossen da wird es plötzlich ganz hell um sie herum. Heller als sie es je gesehen haben, heller als wenn sie in die Sonne schauen würden. Die Hirten fahren vom Schlaf auf. Aufgeregt stolpern sie umher, da sehen sie woher das Licht kommt. Sie müssen ihre Augen mit den Händen bedecken, so geblendet sind sie. Sie sind ganz erschrocken, sie fallen auf den Boden und bedecken ihre Gesichter vor Angst. In dem Licht steht ein Bote Gottes – ein Engel. Wunderschön ist er und dennoch ängstigen sie sich. Aber der Bote dort oben in dem Licht sagt den verschrecken Hirten etwas ganz Wunderbares

(Ramona) „Fürchtet Euch nicht, siehe, ich verkündige Euch große Freude, denn Euch ist heute der Heiland geboren: Christus der Herr, in Bethlehem. Und das habt zum Zeichen – Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend“

Und dann ist das Licht nicht mehr da. Die Hirten sind noch ganz durcheinander, sie stehen auf und beratschlagen sich miteinander. Sie müssen sich gegenseitig fragen ob sie es auch alle gesehen und nicht geträumt haben. Sie fragen sich „der Heiland? Ein Kind für uns geboren?“ Das wäre etwas ganz Wundervolles. Sie zeigen Richtung Bethlehem und wollen sich gleich auf den Weg machen. Sie suchen einige kleine Geschenke zusammen, ein Brot, eine Decke, einig Flöte, mehr haben sie nicht. Dann brechen sie auf zum Stall. Sie, die von allen verachtet werden, sie wollen die ersten sein, die den Heiland der Welt begrüßen, auf den ihre Vorväter so lange gewartet haben.

(Pause)

Als sie am Stall ankommen, sind sie doch etwas unsicher „soll hier wirklich der Herr der Welt geboren worden sein? Als Ärmster unter Armen? In einem kalten Viehstall?“ Doch Josef lädt sie ein, herbeizukommen. Die Hirten gehen zur Krippe und beugen sich über das Kind. Sie stauen. Sie können spüren das hier etwas ganz Besonderes geschehen ist, etwas, das sie noch gar nicht ganz begreifen können. Sie können nicht anders, sie gehen ihrem Gefühl nach und fallen auf die Knie, sie falten die Hände und beten das Kind an. Noch lange werden sie so knien bleiben…

(Lied)

Josef und Maria lächeln sich an. Nachdem so viele Menschen sie abgewiesen haben sind sie froh über den Besuch der Hirten und ihre Herzlichkeit. Und es sind genauso arme Leute wie sie auch. Und auch die Hirten sind glücklich über das neugeborene Kind, sie können sich gar nicht satt sehen. Sie überreichen Josef ihre Geschenke. Einer legt ein Schaffell vor die Krippe. Ein anderer legt seine Decke darüber, damit das Kind nicht friert. Ein 3. überreicht seine Flöte, das wertvollste was er besitzt. Es ist genau, wie der Engel gesagt hat: der Heiland der Welt liegt in dieser Krippe! Sie wissen es ganz genau. Und mit einem Mal kommen da noch mehr Menschen! Leute aus Bethlehem, auch die Wirte. Sie treten zum Stall und knien nieder um das Kind anzubeten.

(Ramona) Und jetzt laden wir Euch Kinder in der Kirche ein auch zum Stall zu kommen und es den Leuten und den Hirten nachzumachen. Wer von Euch Kindern möchte, der kann bei dem folgenden Lied zum Stall kommen und sich neben den Hirten niederknien um bei dem Kind zu sein….

(Lied)

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