Krippenspiel „Auf dem Weg zum König“
Rollen: Weiser 1–3, Maria, Josef, Engel (bei Maria und bei Josef), Verkündigungs-Engel, Erzähler, 3 Wirte, 6 Hirten, 2
Boten des Kaisers, (20 Rollen)
Szene1 – Die Weisen machen sich auf den Weg
Weiser 1 (schaut nach oben): Ähm … Freunde? Bitte schaut mal da hoch.
Weiser 2 (steht auf, reibt sich die Augen): Ja, Sterne. Haben wir jede Nacht.
(setzt sich wieder)
Weiser 3 (steht auf): Moment mal, der da – der strahlt ja wie verrückt! Der war gestern nicht da.
Weiser 1 (nickt eifrig): Genau! Und er bewegt sich irgendwie. Nicht wie die anderen.
Weiser 2 (steht nun auf): Hm. Auffällig, ja. Aber was heißt das schon? Vielleicht nur ein Komet.
Weiser 1: In unseren alten Schriften steht: Wenn so ein besonderer Stern erscheint, ist ein großer König geboren.
Weiser 3 (grinsend): Hoffentlich nicht wieder einer, der nur Steuern erhöht oder neue Gesetze erfindet.
Weiser 1 (lächelt): Nein, die Beschreibung passt nicht zu einem gewöhnlichen Herrscher. Da ist von einem König die
Rede, der von Gott selbst gesandt ist.
Weiser 2 (skeptisch): Gott? Welcher?
Weiser 1: Der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Nicht einer von vielen – sondern der Eine.
Weiser 2 (skeptisch): Den Gott verehren wir hier nicht.
Weiser 1: Vielleicht sollten wir. Wenn er einen König schickt, will er uns etwas sagen.
Weiser 3: Also … eine lange Reise, ungewisser Ausgang, Gefahren unterwegs … mmh, klingt nach einem Abenteuer.
Weiser 2: Und nach Rückenschmerzen auf dem Kamel.
Weiser 3 (zwinkert): Gut. Aber ich pack Snacks ein.
Weiser 2 (schulterzuckend): Sandalen schnüren, Mäntel an – los geht’s.
Erzähler: Drei Männer. Drei sehr unterschiedliche Charaktere. Einer mutig und voller Feuer. Einer vorsichtig,
manchmal sogar misstrauisch. Einer, der erst überzeugt werden muss – aber dann entschlossen vorwärtsgeht.
Sie wissen nicht, wohin die Reise gehen wird. Nur: Gott hatte ihnen ein Zeichen gegeben. Und wenn Gott ruft, lohnt
es sich immer, aufzubrechen.
Also machen sie sich auf den Weg – nicht ahnend, wie sehr diese Reise auch ihr Herz verändern würde.
(Leise Instrumentalmusik, Abgang.)
Szene 2 – Maria trifft den Engel Gabriel Bühne: Stuhl, kleiner Tisch, ein Korb Wäsche. Maria sitzt und faltet Wäsche
(Ein sanftes Licht fällt auf Maria. Engel Gabriel erscheint, freundlich)
Maria (erschrocken, springt auf): Wer… wer bist du?
Gabriel (freundlich, fast schelmisch): Hey, keine Panik. Ich bin Gabriel. Ein Bote von Gott.
(leicht verbeugend) Und ja – ich weiß, das ist ein ungewöhnlicher Besuch. Normalerweise klopfe ich erst an.
Maria (zögerlich, dann neugierig): Ein Engel… bei mir? Warum? Ich bin doch… einfach nur ich.
Gabriel: Genau! Gott hat dich ausgesucht. Er hat einen Plan. Du wirst ein Kind bekommen – und es wird der Retter
der Welt sein, der Messias.
Maria (sichtlich überwältigt, flüstert): Ich? … Ich bin noch ein junges Mädchen… ich weiß nicht, wie das gehen soll…
Gabriel (nickt verständnisvoll): Niemand versteht das sofort. Das erwartet Gott nicht von Dir, sondern er fragt nach
dem Ja. Dein Ja macht die ganze Geschichte möglich.
Maria (zögernd, dann mutig): Ich vertraue Gott und Dir. Es soll so geschehen, wie du gesagt hast.
Gabriel (lächelt, leicht augenzwinkernd): Wow. Kurz und klar. So macht man Geschichte.
Maria (lacht nervös): Aber… wie soll ich das erklären?
Gabriel: Hey, keine Sorge. Gott kümmert sich darum. Manchmal läuft alles ein bisschen anders, als wir denken. Aber
| genau das nennt man Glauben. Erzähler: | (Gabriel verschwindet, Licht dimmt langsam, Maria geht ab) |
Maria, ein junges Mädchen in einem kleinen Dorf, hat ein Ja gesprochen.
Ein einfaches Wort, aber mächtig genug, um Gottes großen Plan auf die Erde zu bringen.
Und dieses Ja zeigt uns: Gott wählt nicht die, die perfekt erscheinen, sondern die, die offen sind für sein Wirken.
Szene 3 – Josefs Traum Bühne: Ein Bett, Josef sitzt nachdenklich, stützt den Kopf auf die Hand. Licht an
Erzähler: Josef hat erfahren, dass Maria schwanger ist. Das ist… nun ja, überraschend, um es mal vorsichtig zu sagen.
Und jetzt sitzt er da, zwischen Wut, Angst und dem, was richtig ist.
Menschlich gesprochen: Er weiß nicht, was er tun soll.
Josef: (murmelnd, fast zu sich selbst): Ich meine… ernsthaft? Meine Verlobte… schwanger… vom Heiligen Geist…
Wie soll ich das verstehen oder jemandem erklären?
(Er legt sich müde aufs Bett, Licht dimmt, Traum beginnt: Engel erscheint, in sanftem Licht.)
Engel: Josef! Ruhig bleiben. Ich bin’s – ein Bote von Gott.
Josef (schreckt auf, reibt sich die Augen): Ich… ich kann nicht mehr. Alles ist durcheinander.
Engel: Ich weiß. Gott sieht alles. Und er hat dich auserwählt, Teil seines großen Plans zu sein. Maria wird ein Kind
bekommen. Ein Kind, das die Menschen rettet.
Josef (ungläubig): Es rettet die Menschen?
Engel (lächelt): Du musst es nicht alleine schaffen. Gott ist stärker als jede Angst und jede Skepsis. Dein Auftrag ist,
bei Maria zu bleiben und das Kind anzunehmen.
Josef (grübelt, leise): Bei ihr bleiben… menschlich betrachtet… klingt unmöglich. Ich könnte auch einfach abhauen.
Kein Skandal, kein Ärger…
Engel: Und doch wählst du, was richtig ist.
Du gehst nicht nach dem, was einfach ist, sondern nach dem, was Gott will.
Josef (zögernd, dann entschlossen): Gut. Wenn Gott das verlangt… ich bleibe bei Maria. Ich werde sie nicht verlassen.
Engel: Genau. Vertraue. Gott führt. Auch wenn der Weg manchmal schwer aussieht.
(Licht dimmt, Engel verschwindet, Josef bleibt nachdenklich, aber fest entschlossen.)
Erzähler: Josef hat gezweifelt. Menschlich, verständlich. Aber dann hört er auf Gott und vertraut.
Auch wir sind manchmal voller Zweifel, ängstlich oder überfordert.
Und genau dann ruft Gott uns dazu auf, ihm zu vertrauen, dass er den besten Plan für uns hat.
Szene 4 – Aufruf zur Volkszählung (Boten kommen von hinten nach vorn zur Bühne, Trommelwirbel)
Bote 1 (laut, mit ernster Stimme): Hört Ihr Leute, hört! Kaiser Augustus hat befohlen: Jeder Bürger muss sich in seiner
Heimatstadt registrieren lassen!
Bote 2 (nickt, etwas genervt): Genau. Keine Ausnahmen. Alle müssen reisen und sich eintragen lassen.
Bote 1: Jeder Mann, jede Frau, jeder Haushalt – alles ordentlich vermerkt.
Bote 2 (schaut ihn an, seufzt): Sag mal… warum eigentlich das Ganze?
Bote 1 (trocken): Na, warum wohl? Damit der Kaiser weiß, wie viele Steuern er eintreiben kann.
Bote 2 (schmunzelt, zum Publikum): Aha… also: erst zählt der die Leute – und dann zählt er ihr Geld.
Bote 1 (stellt sich wieder wichtig hin, ruft lauter): Also merkt es euch: Jeder von euch muss in seine Heimatstadt
ziehen, und zwar sofort!
Bote 2 (halb im Abgehen, murmelt): Hoffentlich zählt der Kaiser auch die Kilometer, die wir dafür laufen dürfen.
Erzähler: Was wie ein einfacher Befehl des Kaisers aussieht, wird Teil eines göttlichen Plans. Denn so reisen Josef und
Maria, obwohl sie in Nazareth leben, nach Bethlehem. Genau wie es der Prophet Micha angekündigt hatte: „Aus dir,
Bethlehem, wird mir der hervorgehen, der Herrscher sein wird über Israel… und er wird der Friede sein.“
Gott nutzt selbst Papierkram und sogar die Entscheidungen mächtiger Herrscher, um Geschichte zu schreiben.
Szene 5 – Die Weisen nach ihrem Besuch bei Herodes (Weise treten wieder auf die Bühne)
Erzähler: Die Weisen hatten den Stern gesehen und waren davon ausgegangen: „Ein neuer König der Juden? Na klar,
der muss im Palast wohnen!“ Also marschierten sie direkt nach Jerusalem zu König Herodes. Nur – der wusste von
gar nichts und wurde ziemlich nervös. Darum ließ er die Schriftgelehrten kommen, die Ihnen aus den alten Rollen von
Mose, dem Propheten Jesaja und Micha vorlasen.
Weiser 1: Ich hab’s mir notiert: Mose schrieb, dass es nur einen Schöpfer gibt und dass dieser Gott Gehorsam
erwartet von uns, seinen Geschöpfen.
Weiser 2: Jesaja sagt, dass ein Retter kommen wird – einer, der sogar für uns leiden wird und an unserer Stelle
bestraft wird. Schon ziemlich krass.
Weiser 3: Und Micha bringt’s auf den Punkt: „In Bethlehem wird der Herrscher geboren.“ Nicht hier in Jerusalem.
Weiser 1: Also … dieser Gott ist nicht irgendein „Provinzgott“. Er ist der Gott über Himmel und Erde.
Weiser 2: Und er erwartet von uns Menschen, dass wir ihm gehorchen.
Weiser 3: Öhm … ganz ehrlich: Wenn ich mir seine Gebote anschaue, dann klappt das bei mir bisher eher so mittel.
Weiser 1: Bei mir auch nicht wirklich.
Weiser 2: Tja – wohl bei keinem Menschen. Niemand wird das je schaffen.
Weiser 3: Dann sind wir verloren.
Weiser 1: Es sei denn – dieser Retter, den Jesaja ankündigt, der die Strafe dafür übernimmt, ist wirklich gekommen.
Weiser 2: Und dieser König in Bethlehem könnte genau dieser Retter sein …
Weiser 3: Dann müssen wir ihn unbedingt finden.
(Die drei sehen sich an, nicken entschlossen und gehen los, voller Erwartung.)
Szene 6 – Herbergssuche Bühne: Wirtshaus aus Stoff
Maria (leicht erschöpft, aber freundlich): Josef, vielleicht gibt es ja noch ein freies Zimmer…
Josef (schaut sich um, skeptisch): Maria… die Stadt platzt aus allen Nähten. Ich glaube, wir müssen improvisieren.
Wirte nacheinander, Josef klopft jedes Mal dazwischen
Wirt 1 (gestresst, wischt sich den Schweiß ab): Tut mir leid, kein Platz mehr! Alles voll bis unters Dach. Selbst der
Besen im Abstellraum schläft heute nicht allein!
Wirt 2: Hier auch nichts frei. Keine Chance. Ich hab schon Gäste auf dem Flur liegen. Wenn noch einer mehr
schnarcht, fallen mir die Balken runter.
Wirt 3 (freundlich, mit einem Augenzwinkern): Alle Betten sind belegt… aber… vielleicht hätte ich da was. (grinst
leicht) Ein Stall. Ganz hinten draußen. Kein Luxus, aber trocken, ein bisschen Heu – und immerhin warm.
Maria (überlegt kurz, dann lächelnd): Ein Stall? Den nehmen wir. Gott findet seinen Platz – auch da, wo wir
Menschen keinen Platz für ihn haben.
Josef (nickt, resigniert): Na gut… Hauptsache, überhaupt ein Dach über dem Kopf
Erzähler: So kommt es, dass der Retter der Welt nicht in einem Palast, sondern in einem Stall geboren wird.
Gottes Wege sind anders als unsere Erwartungen. Großes entsteht am kleinsten Ort – mitten unter uns.
Szene 7 – Hirten auf dem Feld (Hirten sitzen ums Feuer, wärmen ihre Hände, einer zieht die Decke fester um sich.)
H1 (klopft sich auf die Arme): Mir ist so kalt, dass ich fast überlege, mich neben die Schafe zu kuscheln.
H2 (grinst): Wenn’s hilft… aber dann stinkst du noch schlimmer als sonst.
H3 (ernster): Wisst ihr, manchmal denk ich: Gott ist so groß, der kümmert sich nur um die da oben – die großen
Könige, die Priester, die Wichtigen. Wir Kleinen… wir zählen doch gar nicht.
H1 (schüttelt den Kopf): Vielleicht ist es genau andersrum. Ein Gott mit wirklicher Größe müsste doch zeigen, dass er
sich nicht zu schade ist für arme Leute wie uns.
H2 (ironisch): Na klar. Und gleich kommt er persönlich über den Hügel spaziert. Mit warmem Brot und Decke für
jeden.
H3 (nachdenklich, fast leise): Oder er kommt ganz anders. Still. So, dass nur die ihn finden, die ihn wirklich suchen.
(Plötzlich blendendes Licht: die Engel erscheinen.)
Verkündigungs-Engel (strahlend, feierlich):„Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine große Freude, die allen
Menschen widerfahren wird:Euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, er ist Christus, der Herr!“
Lied der Engel: Jesus Christ ist geboren (Engel gehen ab)
H1 (springt auf): Habt ihr das gehört?! Ausgerechnet uns hat er’s gesagt – nicht den Königen, nicht den Priestern –
uns!
H2 (lacht fassungslos): Tja, Gott hat wohl echt andere Maßstäbe. Er fängt bei den Ärmsten an.
H3 (begeistert): Und wir dürfen als Erste sehen, wie Gottes Versprechen Wirklichkeit wird.
H1 (ehrfürchtig): Ein Retter, der zu uns kommt … der ist wirklich für alle Menschen da.
H2 (staunend): Das ist die Größe Gottes – dass er sich klein macht. So klein wie ein Baby.
H3 (lächelt): Und wir sind eingeladen, dabei zu sein. Ich glaub, das ist die größte Ehre unseres Lebens.
Erzähler: Die Hirten machen sich sofort auf den Weg zur Krippe. Gottes Größe zeigt sich gerade darin, dass er sich zu
den Geringsten stellt. (Hirten gehen zur Krippe, legen Geschenke ab).
Szene 8 – Die Weisen an der Krippe Maria und Josef neben der Krippe. Die drei Weisen kommen ehrfürchtig.
W1 (leise): Endlich… hier ist der König, den wir gesucht haben.
W2: So unscheinbar – und doch größer als alle Herrscher dieser Welt.
W3: Kein Thron, keine Krone. Nur ein Kind. Und trotzdem – unser Retter.
W1: Alles, was wir in den Schriften gelesen haben, erfüllt sich hier.
W2: Gott weiß, dass wir nicht perfekt sind. Deshalb kommt er selbst, um uns zu retten.
W3: Und wir dürfen Zeugen sein. Das verändert alles.
(Die Weisen legen ihre Geschenke nieder, verneigen sich, treten langsam ab.)
Erzähler: Die Weisen reisten nun zurück – voller Freude, voller Hoffnung. Sie hatten den Retter gefunden. Und genau
das ist auch Gottes Einladung an uns: Nicht nur zu staunen, sondern zu glauben. Nicht nur ein schönes Krippenspiel
zu sehen – sondern zu erkennen, dass dieser Retter für uns alle geboren ist. Für dich. Für mich. Für jeden.
Schlusslied: Halleluja Jesus ist geboren