Weihnachtsspiel 2015 / von Klaus Künhaupt

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Unser Weihnachtsspiel 2015

Rollen und Darsteller

Joseph Christian
Maria Johanna
Engel Anastasia
Weiser 1 Nino

Weiser 2 Daniel

  1. Hirte Justin
  2. Hirte Dario
  3. Szene: Maria und Joseph
    Joseph: Maria, bitte mach dich nicht über mich lustig! Ein Engel! Ich bin ein frommer Mann, aber das geht zu weit.

Maria: Kann ich ja verstehen. Ich würde es ja auch nicht glauben, wenn ich es nicht genau wüsste. Ja, ich erwarte ein Kind. Aber nein: Ich war mit keinem Mann zusammen. Du musst mir einfach glauben!

Joseph: Ich würde ja gerne. Aber das kann ich nicht. Leb wohl. Er geht

Maria bleibt traurig, mit gesenktem Kopf zurück. Später, wenn Joseph einschläft, schläft auch sie in einer Ecke ein, den Kopf zwischen den Knien.

Joseph läuft um den Altar herum, setzt sich dann müde vor den Altar und schläft ein. Der Engel kommt und setzt sich neben ihn

Engel: Joseph?

Joseph öffnet die Augen, sieht den Engel an, erschrickt, rückt zur Seite.

Engel: Erschreck dich nicht. Weißt du, wer ich bin?

Joseph: Ein Engel?

Engel: Genau. Ich bin der Erzenengel Gabriel. Und weißt du, warum ich hier bin?

Joseph: Ich ahne was.

Engel: Es geht um Maria. Sie sagt die Wahrheit. Sie hat mit keinem anderen Mann geschlafen. Das Kind ist Gottes Sohn. Du darfst Maria jetzt nicht verlassen, sie braucht dich.

Joseph: Aber was verlangt Gott denn da! Alle werden glauben, das Kind wäre von mir. Das ganze Dorf zerreißt sich schon das Maul. Erscheinst du denen auch und sagst die Wahrheit? Mir glauben sie nämlich sicher nicht.

Engel: Ja, gut, Gott verlangt viel von dir. Aber von mit verlangt er auch viel. Und von dem Kind wird er noch viel mehr verlangen. Große Dinge passieren in diesen Jahren. Für die ganze Menschheit ist es von Bedeutung. Noch in Zweitausend Jahren zum Beispiel werden die Leute von unserer Unterhaltung hier sprechen. Also, jetzt gibt dir einen Ruck und kehr zur Maria zurück. Und noch eins: Nennt das Kind Jesus. Er geht.

Joseph macht die Augen wieder zu, schläft wieder, schreckt dann hoch, öffnet die Augen, guckt sich um. Was für ein Traum. Oder war es doch mehr? Ich geh zu Maria zurück. Er bricht auf, geht um den Altar herum, setzt sich neben die schlafende Maria, legt den Arm um sie Maria!

Maria: Joseph, du bist zurück?

Joseph: Ja, ein Engel hat deine Geschichte bestätigt. Tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt habe.

Maria: Ach Joseph, wer hätte das schon geglaubt?

Joseph: Übrigens hat der Engel auch gesagt, wir sollen das Kind Jesus nennen.

Maria: Ehrlich? Ich hatte ja an Jakobus gedacht. Na, dann nennen wir unser zweites Kind so, also unser erstes, also mein zweites und dein erstes.

Joseph: Ja, ich versteh schon. Unser Leben droht ziemlich kompliziert zu werden.

  1. Szene: Die Weisen entdecken den Stern
    Maria und Joseph sitzen noch immer vor dem Altar. Jemand trägt ein Schild vorbei: „8 Monate später“. Babygeschrei vom Band. Die beiden sitzen vor der Krippe.
    Der Stern erhebt sich über den beiden. Maria und Joseph sitzen in dieser Szene nur da. Die eigentlichen Akteure sind auf der Empore, die Sterndeuter

Weiser 1: Da! Ich hab ihn.

Weiser 2: Was! Sagen Sie bloß!

Weiser 3: Ich sehe ihn auch. Ungeheuerlich!

Weiser 2: Meinen Sie den sechszackigen mit dem Schweif?

Weiser 1: Genau den. So einen beobachte ich zum ersten Mal.

Weiser 3: Wir sollten jede Einzelheit notieren

Weiser 2: Selbstverständlich! Wenn wir diese Beobachtungen als erste veröffent¬lichen … das wär’s doch.

Weiser 1: Es ist Jupiter und Saturn. Sie stehen dicht beieinander und bewegen sich.

Weiser 2: Ja, es ist, als ob sie miteinander tanzen!

Weiser 3: Jupiter, der Königsstern, und Saturn, der Stern des jüdischen Volkes. Ein großer König muss geboren sein in … na … wie heißt der Ort noch?

Weiser 2: Jerusalem, Hauptstadt von Juda.

Weiser 3: Wir sollten hingehen und den neuen König angucken.

Weiser 1: Was geht das uns an, wenn die Juden einen neuen König bekommen?

Weiser 2: Es ist seit Jahrhunderten vorhergesagt: Er soll der König des Friedens sein. Er soll allen Völkern helfen, auch uns.

Weiser 3: Und diese Sternenerscheinung kann nur ganz außergewöhnliches bedeuten, für die ganze Welt.

Weiser 1: Also dann nichts wie los. Sonst verpassen wir was!

SZENE 8
Was die Hirten zu erzählen haben
Die Weisen bleiben in der Mitte der Kirche stehen. Zwei Hirten kommen vorbei.

Weiser 1: ‚tschuldigung, kennen Sie sich hier aus in der Gegend?

Hirte 1: Schon – wo soll’s denn hingehen?

Weiser 1: Wir wollen in die Hauptstadt. Jerusalem, den Königspalast.

Hirte 1: Na, da sind Sie hier schon richtig. Ist nicht mehr weit. Da oben, diese Richtung. Deutet nach links, Darf man fragen, was Sie da wollen? Also – ich würde da nicht freiwillig hin.

Weiser 2: Es ist wegen dem Stern. Wochen¬lang sind wir hinter ihm her. Ganz klares Zeichen für einen König, wie es noch keinen gegeben hat. »Den Fürsten des Friedens«.

Hirte 2: Was? Und den suchen Sie im Palast des Herodes? Wenn Sie sich da mal nicht täuschen. Aus dem Palast des Herodes kommt bestimmt kein Fürst des Friedens. Wenn überhaupt, dann ein Fürst „Herr selbstzufrieden“
Hirte 1: Oder der Fürst „Neue Waffen schmieden“
Hirte 2: Oder der Fürst „seine Feinde in heißem Öl sieden“

Weiser 1: Ich denke, wir haben verstanden.

Hirte 1: Wenn ich ihr wäre, würde ich aus dem Palast nichts gutes erwarten. Wir tun das jedenfalls nicht mehr, seit wir dieses großartige Erlebnis mit dem Stall hatten. Da erwarten wir das gute her.
Weiser 2: Aus einem Stall?

Hirte 2: Ja genau, es war drüben, wo wir sonst stehen mit unseren Herden. Die Gegend bei Bethlehem. Einen Stern haben wir keinen gesehen. Aber ein wahnsinniges Licht vom Himmel. Unglaublich. Engel haben uns was vorgesungen: Ein Baby wäre im Stall geboren, und der wäre der Friedensfürst!

Hirte 1: Da sind wir dann hin zu dem Stall und haben eine Frau, einen Mann und ein Baby gefunden. Sehr nette Leute. Ich denke, er war’s, den die Engel meinten. Von dem wird man noch hören! Jesus heißt er.

Weiser 1: Sehr verwirrend. Aber andereseits reimt sich da einiges zusammen

Weiser 2: Eben logisch, wenn es ein Friedensfürst sein soll.Typen wie Herodes haben immer nur ihren eigenen Reichtum und den Machterhalt im Blick.

Weiser 1: Ein König, der das Wohl der armen Leute im Blick haben soll, muss wohl ein armer König sein und wird dann logischwerweise in einem Stall geboren.

Weiser 2: Klingt gut, gibt Sinn, ist richtig. Ich sage, wir untersuchen das.

Hirte: Na, dann kommt mal.

Alle 4 gehen zu Maria und Joseph, während die Gemeinde schon singt.